Irgendein unbedeutender Präsi hat sich mit seinem etwas voreiligen Statement in die Geschichtsbücher hineingelogen – Auftrag erfüllt. Die aktiven Mitglieder dieser „Mission“ können sich den Erfolg dieses Vierwochenunternehmens ohne Eintrübung auf ihre Fahnen schreiben, auch ohne in den Geschichtsbüchern zu landen – aber wer weiß das schon jetzt. Geschichte wird von denen geschrieben, die die Druckmaschinen kontrollieren. Den Rhein kümmert das alles nicht. Seine Geschichte beginnt schon viel früher und wird lange nach uns erst enden. Er hat das Unternehmen als unberechenbarer Partner geduldet, seinen Hochwasserstand teils minutiös auf den Etappenplan abgestimmt und den einen oder anderen in ihm baden lassen, ob er das wollte oder nicht. Er verzieh Schlagseite (..) und ließ den Schwimmer auch an riskanten Ausstiegsstellen nicht straucheln.

Der Schwimmer, Cello, spielte mit dem Rhein, ohne dass das dem Rhein gegenüber respektlos klingen soll und auch nicht dem Schwimmer gegenüber, ganz gewiss nicht. Warum ein Mensch sich diese sportliche Höchstleistung antut, sie erreicht, ist mir ein absolutes Rätsel. Einerseits habe ich ein gestörtes Verhältnis zum sportlichem Erfolg seit ich feststellen musste, dass meine 190 cm Körpergröße niemals die Volleyballverbandsliga verstärken würden, andererseits kommt mir die Jagd nach Hundertstelsekunden nicht nur zeitweise ballaballa vor – auch wenn mein im Rhein versunkenes Handy zu solcher Messgenauigkeit befähigt war. In diesem Falle geht es aber nicht um Sekundenbruchteile sondern um vier Wochen. Tage. Tag für Tag. Stunden lang. Wer es nicht gesehen hat kann es nicht (er)messen. Nach der Tagesetappe dem Rheinwasser entsteigen, pragmatischen Optimismus versprühen, mit roter, aufgequollener Haut, Anstrengung zeigen und grade stehen können – das war kein Bruce Willis Stunt sondern die unbeugsame Realität dieser Person.

Huldigen möchte ich aber andere, denn Denkmäler werden immer auf dem Fußvolk erbaut. Und wird das morsch – fall um**. Den eingeplanten und zugewanderten Ruderern alias Paddlern zum Beispiel. Die, die mit ihren abgeklärten, knorrigen Statements und dem zuweilen ausschweifendem Anekdotenoutput Stoff für Geschichten an künftigen Lagerfeuern abgaben und nicht nur durch die Anzahl ihrer Lebensjahre die Tour allesamt bereicherten. Die manchmal am Ausstieg einfach vergessen wurden als wäre der Menschkanadier eine Toys for us Puppe. Echten Kumpels. Den Studis, die den Rhein-Schein machten, wenn es noch Scheine geben würde. Die mit dem Rhein tanzten, im Underground oder auf Domspitzen, auf willkürlich erleuchteten geht-jetzt-ins-bett-WoMo-Parks. Die ein Gespür für gefundenen Wein zeigten und rückwärts einparkten und dabei den Baum Baum sein ließen. Die Augenringe sammelten, war ja nicht schwer nach XX Stunden ohne Schlaf. Die organisierten und taten. Die in der abschließenden Pressekonferenz leider allesamt ohne persönlichen Namen blieben. Die Ihre mission* feierten. Die, für die ich Pferde ausreißen würde (o.s.ä).

**geklaut, daher gut.

ps: Ich melde mich ab


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