Rheines Wasser

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Die Analyse eines Flusses

Angekommen! Am 24. August 2014 ist Professor Dr. Andreas Fath in Hoek van Holland das letzte Rhein-Stück bis in die Nordsee geschwommen. Er hat er seinen 1.231 Kilometer langen „Schwimm-Marathon im Dienst der Wissenschaft“, zu dem er am 28. Juli in den Graubündner Alpen gestartet war, erfolgreich hinter sich gebracht – und dies auch noch in der Rekordzeit von 28 Tagen. Über ein Jahr bereitete sich Andreas Fath, der Langstreckenschwimmen erfolgreich als Leistungssport betreibt, intensiv auf das Rheinschwimmen vor. Dabei geht es ihm, wie der Projekttitel „Rheines Wasser“ schon deutlich macht, eigentlich gar nicht so sehr um die sportliche Herausforderung.
Auf den 1.231 Flusskilometern zogen Andreas Fath und sein Team Wasserproben aus dem Rhein: Eine Analyse, die es in dieser Form noch nie gegeben hat. Gemeinsam mit Studierenden der Hochschule Furtwangen sowie Partnern aus Wissenschaft und Industrie stellte er den Fluss auf die Probe. Dabei kamen zum Teil ganz neuartige Untersuchungsmethoden und Analyseinstrumente zum Einsatz – so etwa ein Chip, mit dem sich bis zu 150 Mikroorganismen wie Krankheitserreger oder Bioindikatoren gleichzeitig nachweisen lassen. Neben der punktuellen Beprobung des Rheinwassers hat Andreas Fath mit Hilfe einer speziellen Kunststoffmembran, die während des Schwimmens an seinen Waden angebracht war, alle organischen Stoffe aufgenommen, mit denen er im Rhein in Berührung gekommen ist.
Ziel ist, das Bewusstsein für die Kostbarkeit der Ressource Wasser und für einen effektiven Gewässerschutz zu stärken.

„Als Langstreckenschwimmer habe ich eine geradezu leidenschaftliche Beziehung zum Wasser entwickelt.“

Gemeinsam mit Studierenden der Hochschule Furtwangen sowie Partnern und Forschungsinstituten hat Andreas Fath das Wasser des Rheins unter verschiedenen wissenschaftlichen Fragestellungen analysiert. Die täglich beim Schwimmen gezogenen Wasserproben wurden unter anderem auf Industriechemikalien, Hormone, Antidepressiva, Süßstoffe, Antibiotika, Schmerzmittel, Drogen, Krankheitserreger und Mikroplastik untersucht. Zudem mass das Projektteam Fließgeschwindigkeit, pH-Wert, Leitfähigkeit und die Temperatur des Flusswassers.

Erstmals öffentlich berichtete der Chemie-Professor über die Forschungsergebnisse auf dem „7. Hansgrohe Wassersymposium“, das die Hansgrohe SE, Hauptunterstützer des Projekts, am 13. November 2014 in Schiltach/Schwarzwald veranstaltete. Seidem hat er viele Vorträge gehalten und bereitet Publikationen vor.

„Wir haben viele Ergebnisse, die an den vorhandenen stationären Messstationen am Rhein so nicht aufgefallen sind“, erkärt Prof. Dr. Fath, „Denn häufig wird nur nach bestimmten Stoffen gesucht. Wir aber haben durch unsere Methoden ein viel breiteres Feld beprobt.“

„Natürlich stellt mich der Fluss auf die Probe, aber auch ich werde den Rhein beproben.“

Rheines Wasser